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24.09.2017
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GRETCHENFRAGE DATENSCHUTZ BEIM E-TOURISMUS

Warum der Verbraucher zwischen maximaler Information oder maximaler Sicherheit abwägen muss

Andreas Braun, Geschäftsführer Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg

Andreas Braun, Geschäftsführer Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg [Quelle: Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg ]


"Während der Reise selbst ist für viele das Smartphone unverzichtbar geworden. Da unterscheidet sich der Urlaub nicht vom Alltag". Das sagt Andreas Braun, Geschäftsführer Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg. "Beim Thema Datenschutz liegt die Hauptverantwortung bei jedem einzelnen Nutzer selbst." Wer seinen Standort nicht freigeben möchte, könne dies in den Sicherheitseinstellungen entsprechend angeben. Dann ließen sich viele Dienste allerdings nur eingeschränkt nutzen. "Hier muss ich als Nutzer abwägen, ob ich maximale Information oder maximale Sicherheit wünsche."


Das Smartphone wird immer mehr zum Reisebegleiter Nummer 1. Die Anwendungen reichen heute von Navigation, Insidertipps oder Beschreibungen touristischer Highlights.  Was machen Smartphones und touristische Apps so attraktiv?
Schon lange vor der eigentlichen Reise spielt das Smartphone heute eine ganz entscheidende Rolle bei der Inspiration für ein Urlaubsziel. Bilder in sozialen Medien wecken Sehnsucht nach schönen Orten und Landschaften - und lassen uns von glücklichen Urlaubstagen träumen. Während der Reise selbst ist für viele das Smartphone unverzichtbar geworden. Da unterscheidet sich der Urlaub nicht vom Alltag. Über das Handy bekommt man nicht nur jede erdenkliche Information zum Urlaubsort. Alles, was man erlebt, lässt sich auch gleich in Echtzeit mit den Freunden zuhause teilen.

Hat damit der klassische Reiseführer ausgedient und stirbt er über kurz oder lang aus? Oder haben die digitalen Dienste auch Grenzen in Bezug auf die Nutzungsvielfalt?
Der Reiseführer auf Papier stirbt noch lange nicht aus, ganz im Gegenteil. Bei aller Verfügbarkeit von digitalen Informationen bleiben gedruckte Reiseführer weiterhin Bestseller. Offenbar legen viele Menschen gerade im Urlaub Wert auf kompakte und ständig greifbare Informationen auf Papier. Die funktionieren auch dort, wo kein mobiles Internet verfügbar ist. Und schließlich geht es hier nicht um eine Frage des Entweder-oder. Die meisten Urlauber nutzen beides: gedruckte Informationen im Reiseführer und mobile Anwendungen im Smartphone.

Wie können Verbraucher seriöse und gutrecherchierte Tourismus-Apps von unseriösen Angeboten unterscheiden? Welche Angebote sind nach Ihrer Einschätzung attraktiv und empfehlenswert?
Natürlich gibt es hier in Sachen Qualität eine große Bandbreite. Bei den kostenpflichtigen Apps und Anwendungen lohnt es sich zu prüfen, ob der Anbieter in diesem Bereich etabliert ist. Dann stimmt in der Regel auch die Qualität. Immer mehr touristische Destinationen bieten übrigens auch eigene und meist kostenfreie Apps an, mit denen sie ihre Gäste informieren. Hier können Nutzer davon ausgehen, dass die Informationen ständig aktualisiert werden. Wir bieten in Baden-Württemberg zum Beispiel eine kostenlose Touren-App an, über die man Rad- oder Wanderrouten im ganzen Land findet – und natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Wegesrand bei uns im Süden.

Wie steht es um den Datenschutz, wenn die meisten Apps den genauen Standort des Nutzers erfragen? Wie können sich Verbraucher schützen, damit sie im Urlaub nicht zu viel von sich preisgeben?
Beim Thema Datenschutz liegt die Hauptverantwortung bei jedem einzelnen Nutzer selbst. Schließlich ist das Bedürfnis nach digitalem Schutz individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Wer seinen Standort nicht freigeben möchte, kann dies in den Sicherheitseinstellungen entsprechend angeben. Dann lassen sich viele Dienste allerdings nur eingeschränkt nutzen. Hier muss ich als Nutzer abwägen, ob ich maximale Information oder maximale Sicherheit wünsche. Oder ob ich im Zweifelsfall dann doch auf den guten alten Reiseführer zurückgreife.