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24.09.2017
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IFA-VERANSTALTER SIEHT DVB-T2 POSITIV

Warum das neue Gebührenmodell der Terrestrik nicht schaden wird

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, Veranstalter der IFA

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, Veranstalter der IFA [Quelle: gfu Consumer & Home Electronics GmbH]


Gute Noten für die künftige Entwicklung von DVB-T2 und das Geschäftsmodell von Freenet TV vergibt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu und Veranstalter der IFA, in der Debatte auf Meinungsbarometer.info. Durch die Umstellung auf DVB-T2 HD habe der terrestrische Übertragungsweg sein bisheriges Manko, nicht in hochauflösender Qualität zu übertragen, beseitigt und sei somit wieder konkurrenzfähig. Kamp erwartet eher eine geringe Wechselbereitschaft weg von der terrestrischen Übertragung, wenn in Kürze für den Empfang der privaten Programme eine Gebühr entrichtet werden muss.


Das Ende der kostenlosen Probephase für die Privatprogramme bei DVB-T2 naht. Ist DVB-T2 HD schon jetzt ein Erfolg?
Davon kann man ausgehen. Einerseits zeigt die Marktentwicklung im ersten Quartal 2017 von der Umstellung beeinflusst bei Fernsehgeräten einen Umsatzzuwachs um zehn Prozent und bei Set-Top-Boxen außergewöhnliche Zuwächse von 273 Prozent. Andererseits zeigt eine von der gfu beauftragte Studie, dass die breit angelegte Informationskampagne aller Marktteilnehmer, die die Umstellung vorbereitet und begleitet hat, erfolgreich war: Rund 80 Prozent kennen die Bezeichnung für die neue Übertragungsart. Im Vergleich zur Anzahl der Haushalte, die über diesen Übertragungsweg versorgt werden, ein sehr hoher Bekanntheitsgrad.

Wie lautet Ihre Prognose, wie es nach der Einführungsphase bei DVB-T2 weitergeht? Ist das Geschäftsmodell bei freenet TV attraktiv?
Auch hier sehen wir eine positive Entwicklung, die von Ergebnissen der Studie bestätigt wird. So ist eine eher geringe Wechselbereitschaft weg von der terrestrischen Übertragung festzustellen, wenn in Kürze für den Empfang der privaten Programme eine Gebühr entrichtet werden muss. Dies ist für knapp acht Prozent ein Grund zum Kabelfernsehen zu wechseln, knapp vier Prozent wollen zu Satelliten-TV und weniger als drei Prozent zu IPTV umsteigen. Für etwas mehr als die Hälfte der Zuschauer, die DVB-T 2 HD nutzen, ist der Mehrpreis für die privaten Programme kein Wechselgrund. Rund 35 Prozent der Befragten haben sich allerdings noch nicht entschieden.

Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei DVB-T2? Was können die anderen TV-Übertragungswege Streaming/Sat/Kabel ggf. besser, was schlechter? Werden Internet-Streamingdienste über kurz oder lang die Fernsehterrestrik ablösen oder sollte dieser Standard auch künftig gehalten werden?
Jeder Übertragungsweg hat seine Vor- und Nachteile. Die Entscheidung, welcher davon der optimale ist, kann individuell nur der Zuschauer nach seinen Vorlieben und Sehgewohnheiten entscheiden. Durch die Umstellung auf DVB-T2 HD hat der terrestrische Übertragungsweg sein bisheriges Manko, nicht in hochauflösender Qualität zu übertragen, beseitigt und ist somit wieder konkurrenzfähig. Zudem wurde die Programmvielfalt deutlich erhöht.

Wird es auf der IFA 2017 wieder einen DVB-T2-Schwerpunkt geben, was planen ggf. die Hersteller?
Sicher wird das Thema auf der IFA wieder diskutiert und sich an vielen Ständen wiederfinden. Einen extra Schwerpunkt gibt es nach der erfolgten Umstellung nicht.