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24.11.2017
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NACHHALTIGKEIT GUTES KUNDENBINDUNGSTOOL IM TOURISTIKBEREICH

Wie grün im Schloss Hohenkammer gedacht wird

Martin Kirsch, Geschäftsführung Schloss Hohenkammer GmbH

Martin Kirsch, Geschäftsführung Schloss Hohenkammer GmbH [Quelle: Schloss Hohenkammer GmbH]


Nachhaltigkeit wird ab der Mittelklasse "sicher schon sehr bald die neue „Selbstverständlichkeit“ sein", ist sich Martin Kirsch vom Schloss Hohenkammer sicher. In seinem Haus kommen etwa selbstproduzierte Lebensmittel gut an. Aber auch ein „Befreien“ von den heutigen Zwängen ist aus Sicht des Geschäftsführers ein wichtiger Punkt.


Für viele Hotels wird „Green Thinking“ immer wichtiger. Steht die Branche vor dem Umbruch in eine neue Nachhaltigkeit? Welche Bedeutung hat „Green Thinking“ für Ihr Haus?
Sicher nicht die ganze Branche, aber ab der Mittelklasse wird es sicher schon sehr bald die neue „Selbstverständlichkeit“ sein. Nachhaltigkeit heißt nach unserer Definition einfach das Richtige tun. Gerade für uns als Haus mit eigener Landwirtschaft hat dementsprechend „Green Thinking“ einen hohen Stellenwert. Dabei geht es aber nicht ausschließlich um Bio – das Thema regional ist zum Teil noch wichtiger. Besonders als Betrieb der sehr viele seiner Lebensmittel selbst produziert, merken wir, wie positiv dies bei unseren Kunden und Gästen aufgenommen wird.

Welchen Stellenwert haben nach Ihrer Einschätzung neue Öko-HighTech-Dienstleistungen, wie der Tesla der die Hotelgäste vom Flughafen abholt oder eine Elektrotankstelle direkt am Hotel,  Roomservice und Reinigung mit Elektrofahrzeugen etc., für die Branche?
Der Tesla zum Flughafen ist sicher eher etwas fürs Marketing, da er was Neues ist. Häufig steht ja „Green“ im Verdacht keinen Spass zu machen. Und Tesla hat es eindrucksvoll bewiesen, dass ein umweltbewusstes Fortbewegungsmittel auch sehr, sehr viel Spass machen kann. Die E-Tankstelle wird sicher in sehr Naher Zukunft ein Muss für alle Hotels sein – als kostenfreier Service.

Spannender und wichtiger sind aber die anderen Serviceleistungen rund um die sehr stark digitalisierte Welt, z.B. mit Handy-Ladestationen oder - wie bei uns – leihweise eine Power Bank fürs schnelle Aufladen des Handys. Das macht allerdings alles nur Sinn, wenn es auch grüner Strom ist.

Aber auch ein „Befreien“ von den heutigen Zwängen ist aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt. Geben Sie doch z.B. während Ihrer Tagung das Handy bei uns ab. Wir laden es für Sie und Sie erhalten ein Goodie. Sie werden erstaunt sein, welche erholsame Wirkung so ein Verzicht für ein paar Stunden haben kann.

Wie attraktiv sind solche nachhaltigen Geschäftsmodelle für die Hotels? Oder ist der grüne Gedanke eher eine PR-Maßnahme zur Imagepflege?
Aus meiner Sicht kann sich heute kein Hotel mehr über die nachhaltige Schiene positionieren. Dies ist schon fast „Standard“. Dementsprechend verpufft auch aktuell der PR-Effekt mit diesem Thema, außer man hat in diesem Bereich wirklich was Neues.

Welche Rolle spielen nachhaltige/ökologische Services als Gästebindungstools? Sollte die DEHOGA-Klassifizierung nicht auch besonders „grüne“ Hotels/Bio-Hotels ausweisen? Beispielsweise mit einem grünen Zusatzstern?
Im touristischen Bereich ist die Nachhaltigkeit (wenn Sie echt ist) sicher ein sehr gutes Gästebindungstool. Im Geschäftsreisenden- bzw. Businessbereich sicher eher nicht.

Siegel und Zertifizierungen gibt es mittlerweile zuhauf – es sind eher so viele, dass sich keiner mehr auskennt. Daher denke ich dass die bestehenden Siegel wie certified green hotel, green globe und wie sie alle heißen ausreichen.