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24.11.2017
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TROTZ AUSSTIEG DES VPRT AUS DER DIGITALRADIO-ALLIANZ

Medienanstalten kämpfen weiter um die DAB+ Zukunft der Privatradios

Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM)

Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) [Quelle: Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM)/Seisenberger]


Die Medienanstalten bedauern, dass der VPRT dem Digitalradio-Aktionsplan der Bundesregierung nicht beigetreten ist. Dennoch ist sich Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), sicher, "wenn man die Argumente betrachtet, dass wir gleichwohl auch mit den privaten Sendern weiter an der Erhöhung der Relevanz von DAB+ arbeiten werden". Dafür könnte bereits der zweite geplante Digitalradio-Multiplex sorgen.


ARD und Deutschlandradio starten am 5. Mai eine crossmediale bundesweite Marketingkampagne für Digitalradio. Wie bewerten Sie die Pläne der Öffentlich-Rechtlichen?
Derzeit gibt es eine Reihe von Impulsen für DAB+. Dazu zählen die Ausschreibung des zweiten DAB+ Multiplex für neue private Programme, der vorgesehene Netzausbau durch die ARD, die geplante Aufnahme einer Vorgaben für den Multinormchip im TKG und eben auch die neue Kampagne für DAB+. Alles zusammen wird DAB+ sicher einen weiteren wichtigen Schub geben.

Eingeführt werden soll auch ein neuer Markenauftritt (u.a. neues Logo), der bereits im Vorfeld in der Branche für Verunsicherung gesorgt hat. Wie bewerten Sie die Notwendigkeit für einen neuen Markenauftritt im Hinblick auf die künftige Entwicklung des digitalen Rundfunks?
Mit neuem Logo und neuem Markenclaim „mehr Radio“ erhalten wir einen bundesweit einheitlichen Auftritt zu DAB+. Das Ziel ist die maximale Breitenwirkung im Sinne aller beteiligten Akteure und mehr Schwung für das Digitalradio in Deutschland. Wie beispielsweise der Digitalisierungsbericht der Medienanstalten zeigt, hat sich der Trend zum Radiohören über digitale Empfangswege und gerade auch über DAB+ in Deutschland verfestigt. Das müssen wir nun gemeinsam weiter ausbauen.

Das BMVI (Digitalradio Board) hat einen den sog. „Aktionsplan für die Transformation der Hörfunkverbreitung in das digitale Zeitalter" aufgesetzt, wie schlüssig ist der Aktionsplan und dessen mögliche Umsetzbarkeit?
Der Aktionsplan ist schlüssig. Er ist unter Mitwirkung der Medienanstalten entstanden und kann positiv zum Gesamterfolg von DAB+ beitragen. Inhaltlich deckt sich der Aktionsplan mit der Linie der DLM: Wir sind überzeugt davon, dass die Zukunft des Radios digital ist und DAB+ das heutige Geschäftsmodell von UKW auch im digitalen Zeitalter sichert.

Dass der VPRT dem nicht beigetreten ist, bedauern wir. Wenn man aber die Argumente betrachtet, bin ich mir sicher, dass wir gleichwohl auch mit den privaten Sendern weiter an der Erhöhung der Relevanz von DAB+ arbeiten werden.

Wie bewerten Sie grundsätzlich die aktuelle Entwicklung bei DAB+, auch im Hinblick auf aktuell ablehnende Haltung des VPRT?
Grundsätzlich versprechen sich die Medienanstalten mit der anstehenden Vergabe des zweiten bundesweiten Multiplex nicht nur einen Zugewinn an Vielfalt, sondern auch einen Schub für die DAB+-Reichweite insgesamt: Es wird damit rund 15 weitere private Programme geben, die zum Teil nur über DAB+ zu empfangen sind. Das bedeutet einen wichtigen Beitrag zur künftigen Entwicklung und Attraktivität des digital-terrestrischen Hörfunkmarkts.