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30.04.2017
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INTERVIEW 09.02.2017 DEBATTENVERLAUF
SPORT | ARD

WIE DER DFB DIE ZUKUNFT DER 3. LIGA SIEHT

Neuer Rechte-Deal macht Liga attraktiver

Peter Frymuth, Vizepräsident Deutscher Fußball-Bund

Peter Frymuth, Vizepräsident Deutscher Fußball-Bund [Quelle: DFB]


Dass die Telekom demnächst alle Spiele der 3. Fußballliga live überträgt, ist "der nächste Schritt hin zu noch mehr Professionalität und Attraktivität", sagt DFB-Vize Peter Frymuth. Zudem betont er, dass die 3. Liga "weiterhin in der Sportschau mit ihrer hohen Reichweite und auch in den Sportsendungen der dritten Programme vertreten" sein wird.


Der DFB hat mit der Deutschen Telekom AG einen Partner gefunden, der erstmals sämtliche Partien der 3. Liga live auf seinen Plattformen im Pay-Bereich überträgt. Wie bewerten Sie den Einstieg der Telekom? Sportlich & finanziell – kann jetzt der Abstand zur 2. BL verringert werden?
Sehr positiv. Die Telekom ist ein langjähriger Partner des DFB. Wir freuen uns sehr, dass ein solcher Konzern große Lust auf die 3. Liga hat. Die 3. Liga wird dadurch künftig noch besser und umfassender präsentiert. Erstmals werden damit alle 380 Spiele der 3. Liga pro Saison live produziert und übertragen. Für die Fans ist das ein toller Service. Für sie ist ab 2018/2019 gewährleistet, dass sie jedes Spiel ihres Vereins live sehen können. Für die 3. Liga ist dies der nächste Schritt hin zu noch mehr Professionalität und Attraktivität. Dass künftig zwei große Partner die 3. Liga im Bewegtbild übertragen, sollte für eine weitere Belebung – auch der Berichterstattung – sorgen. Das kann der Liga nur guttun. Sportlich wird die 3. Liga weiterhin für hohe sportliche Qualität und einen enorm ausgeglichenen, spannenden Wettbewerb stehen. Das sind Aspekte, die Fußballfans sehr zu schätzen wissen.

Welchen Einfluss hat das neue Pay-TV-Paket auf die gewachsene Partnerschaft mit den Landesrundfunkanstalten der ARD? Künftig gibt es hier wesentlich weniger Livespiele.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD können ihre Highlight-Berichterstattung aus der 3. Liga in unverändertem Umfang fortführen. Gleiches gilt für die ARD-Sportschau. Wir werden hier weiterhin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegen. Einschränkungen gibt es lediglich bei den Liveübertragungen. Ab 2018/2019 können die ARD und ihre dritten Programme insgesamt bis zu 86 Spiele pro Saison aus der 3. Liga live zeigen. Das sind etwas mehr als zwei Livepartien im Free-TV pro Spieltag.

Bisher haben viele regionale und lokale Werbepartner von den frei empfangbaren Livespielen in den Landesrundfunkanstalten der ARD profitiert. Müssen die Vereine jetzt mit Einbußen bei der Bandenvermarktung etc. rechnen, wenn die Livespiele ins Bezahlfernsehen wandern?
Nein. Die 3. Liga wird weiterhin in der Sportschau mit ihrer hohen Reichweite und auch in den Sportsendungen der dritten Programme vertreten sein. Das Angebot der Telekom ist ergänzend zu den Übertragungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu betrachten. Durch die neue Präsentation rechnen wir mit einer weiter steigenden Attraktivität der 3. Liga. Daraus können sich zusätzliche Vermarktungschancen ergeben. Darüber hinaus war es der Wunsch der Vereine an den DFB, neue Vertragsfelder zu erschließen und neue Sendeformate für die 3. Liga zu entwickeln. Dieses Ziel wurde erreicht. Für den DFB ist es eine ständige Aufgabe und Motivation, dabei zu helfen, die wirtschaftliche Position der Klubs in der 3. Liga zu festigen und zu stärken.

Wie bewerten Sie die neue TV-Vermarktung in Bezug auf die Zuschauerattraktivität – und entwicklung? Kommen künftig ggf. mehr Zuschauer ins Stadion, wenn die Spiele vorwiegend im Bezahlfernsehen laufen?
Die Erfahrung im Profisport zeigt: Je attraktiver und präsenter eine Liga im TV-Bereich vertreten ist, desto größeren Reiz übt sie aus und desto mehr Aufmerksamkeit zieht sie auf sich. Dies wiederum lockt auch die Fans ins Stadion. Die Entwicklung der Bundesliga ist dafür ein gutes Beispiel. Das Stadionerlebnis im Fußball wird weiterhin seine ganz besondere Faszination ausüben. Zumal viele Drittligisten in den vergangenen Jahren vermehrt in ihre Strukturen investiert haben, dies auch weiterhin vorhaben und damit den Fans besseren Service und Komfort vor Ort bieten. Das sind Anreize, um live im Stadion dabei zu sein.