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23.07.2017
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ÖPNV NUR EIN TEIL DER LÄNDLICHEN MOBILITÄT

Welche Rolle das Auto und neue Technologien künftig spielen

Udo Folgart (SPD), Sprecher für den Ländlichen Raum/ Landwirtschaft im Landtag Brandenburg

Udo Folgart (SPD), Sprecher für den Ländlichen Raum/ Landwirtschaft im Landtag Brandenburg [Quelle: Landtag Brandenburg/SPD]


"Mobilität im ländlichen Raum kann nicht nur vom ÖPNV geleistet werden. Wir brauchen alle Verkehrsträger." Das sagt Udo Folgart (SPD), Sprecher für den Ländlichen Raum/ Landwirtschaft im Landtag Brandenburg. Gute Landesstraßen seien ebenso wichtig wie ein dichtes Schienennetz. Die Entwicklung neuer Technologien stünde dagegen noch ganz am Anfang.


Wie bewerten Sie Stand und Perspektiven für die Mobilität im ländlichen Raum, gerade im Hinblick auf viele wegfallende ÖPNV-Angebote?
Mobilität im ländlichen Raum kann nicht nur vom ÖPNV geleistet werden. Wir brauchen alle Verkehrsträger. Gute Landesstraßen sind ebenso wichtig wie ein dichtes Schienennetz. Das ÖPNV-Angebot in Brandenburg ist leistungsfähig. Grundgerüst ist das auf Berlin ausgerichtete Schienennetz, das es ermöglicht, von allen Landesteilen aus die Metropole schnell zu erreichen. Und von Berlin aus schnell in alle Landesteile zu kommen. Die Folge: viele Menschen können umweltfreundlich pendeln, was Entwicklungschancen im ländlichen Raum sichert. Ergänzt wird dieses Grundnetz durch die bedarfsgerecht ausgestalteten Angebote der ÖPNV-Aufgabenträger in Kommunen und Kreisen. Optimierungsbedarf besteht beispielsweise bei der Abstimmung zwischen Bahn und Bus; bei der Zahl überregionaler Buslinien; auch bei der finanziellen Ausstattung der ÖPNV-Aufgabenträger.

Wie sollten generell moderne Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum gestaltet werden, damit ländliche Regionen nicht gegenüber den Städten abgehängt werden?
Ländliche Regionen werden in Brandenburg nicht abgehängt, weil wir über leistungsfähige Schieneninfrastruktur verfügen, die Metropole und Randregionen miteinander verbindet (siehe Antwort zu Frage 1). Die aktuelle Mobilitätsstrategie beschreibt als Ziel die bedarfsgerechte Sicherung der Mobilität in allen Landesteilen und führt eine Reihe von Maßnahmen zur Umsetzung dieses Ziels an. Stichworte für Mobilitätskonzepte sind alternative Bedienformen (Rufbus, Kombibus), die Nutzung der Elektromobilität sowie die Digitalisierung und Vernetzung von Verkehrsangeboten.

Wie ist Ihre Einschätzung zu integrierten Mobilitätskonzepten auf dem Land? Welchen Chancen bietet ggf. der autonome on demand-Verkehr?
Die Entwicklung neuer Technologien steht noch ganz am Anfang. Autonomer Verkehr ist sicher eine Chance. Aber BürgerBusse, Carsharing etc. bieten darüber hinaus die Möglichkeit, dass die Menschen miteinander mobil sind und Mobilität gestalten. Zweck von Mobilität ist ja, dass Menschen in Kontakt kommen. Umso besser, wenn das schon bei der Nutzung von Mobilitätsangeboten geschieht.

Wie sieht Ihre persönliche Zukunftsvision von der Mobilität im ländlichen Raum aus und was gehört alles dazu?
In erster Linie wünsche ich mir eine optimale Sicherung der Daseinsvorsorge. Es geht nicht nur um immer bessere Mobilität, sondern auch darum, dass die Dienstleistungen zu den Menschen kommen, beispielsweise mit einem mobilen Bürgeramt.  Und darum, dass wir ein dichtes Netz von Ärzten auf dem Lande erhalten, wie auch möglichst kurze Wege für die Grundschulkinder, ein gut erreichbares weiterführendes Schulangebot, dass alle Schüler fördert, dazu gehört auch ein gut ausgebautes Radwegenetz, und nicht zuletzt nahe Einkaufsmöglichkeiten für die Dinge des täglichen Bedarfs etc..